Seit 30 Jahren kämpft der Club Hafenklang ums Überleben. Trotz wenig Kulturförderung und Palästina-Boykotten gibt er auch kleinen Bands eine Bühne.
Die taz führt ein Interview mit Thomas Lengefeld, dem Mitgeschäftsführer und Booker des Hamburger Live-Clubs Hafenklang, der Ende Juli 2026 sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Überleben des für sein freies und nischenorientiertes Programm bekannten Musikclubs am Fischmarkt sei seit jeher von „ungesunder Selbstausbeutung“, Crowdfunding und Querfinanzierung geprägt. Lengefeld kritisiert eine massive Ungleichverteilung im Kulturetat der Stadt Hamburg: Während Großveranstaltungen wie das Reeperbahn Festival stark bezuschusst würden, erhielten kleinere Bühnen kaum Unterstützung. Für das Jubiläumsfestival stellte die Kulturbehörde nach öffentlichem Druck nun 50.000 Euro bereit. Zudem belasten internationale Boykottaufrufe im Zuge der Nahost-Debatten den Club schwer: Weil das Hafenklang das Existenzrecht Israels nicht in Abrede stellt, geriet es ins Visier von Internet-Trollen und wurde auf schwarze Listen gesetzt, was zu Absagen internationaler Bands und erheblichen finanziellen Einbußen führte. Um den Kulturauftrag abseits des Mainstreams langfristig zu sichern, strebt der Club nun die Gemeinnützigkeit an.