Das Hamburger Abendblatt berichtet am 03.11.2025 über das erste Jahr des Nica Jazz Clubs. …
Dieses Jahr wird Fee Schlennstedt niemals vergessen. Ein Jahr, in dem sie nicht nur an ihre Grenzen gehen musste, sondern immer wieder weit darüber hinaus. Wie eine Extremsportlerin, nur ohne Sport. Stattdessen mit bis zu 20 Stunden langen Arbeitstagen, monatelang, sieben Tage die Woche. Im Nica Jazz Club am Alten Wall, ihrem Herzensprojekt, dem sie seit der Eröffnung im November 2024 nahezu alles untergeordnet hat. Mitte April, fünf Monate später also, sei sie an zwei Abenden schon gegen 20 Uhr gegangen, erinnert sie sich und fügt fast entschuldigend hinzu, „weil ich mal früher ins Bett musste“.
Sicher, wer einen Club betreibt, lässt sich fast immer auf Selbstausbeutung ein, aber ein solcher Ritt? Doch wer Fee Schlennstedt erlebt, die zuvor den Berliner Jazzclub Quasimodo und in München die Unterfahrt geleitet hatte, merkt schnell, dass es in Sachen Jazz halbe Sachen bei ihr nicht gibt, wohl nicht einmal Dreiviertelsachen. Mit enormem Willen und gegen alle Widerstände hatte sie 2024 auf die Eröffnung hingearbeitet, die erst in letzter Sekunde wirklich gesichert war. Bauverzögerungen, Lärm- und Brandschutzauflagen, steigende Kosten: „Es ist ein Wunder, dass es uns am Ende tatsächlich gelungen ist, das hier alles auf die Beine zu stellen“, resümiert sie bei einem Mineralwasser im hell-aufgeräumten Backstage-Bereich des Clubs.